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Das ABYSS Evolution System
In all der mir gegebenen Bescheidenheit möchte ich hier einmal
behaupten,
dass folgendes Meeres–Schleppsystem das beste ist, was bisher ersonnen
wurde, oder zumindest einmal preisgegeben wird.
Viele Jahre hab ich nun rumgebastelt, um das perfekte Schleppsystem zu
finden.
Immer irgendwo verbessert, woanders was abgeschaut, eingebunden,
ausprobiert, vieles wieder verworfen. Es hat lange gedauert, aber ich denke,
dass es jetzt absolut perfekt ist;
jetzt wo der letzte Schritt gefunden ist. (Missing Link)
Wie dieses Vorfach gebunden wird - nein gebunden ist hier eigentlich der
falsche Ausdruck; 'Hergestellt` ist vielleicht besser - will ich euch hier
gern zeigen.
Zuerst einmal:
Worum geht es und worauf kommt es an ?
Das System
1. muss selbstentwirrend sein und darf von der Grundkonstruktion her
niemals eine Verhedderungen zulassen
2. muss mindestens eine zweite Anbiss-Stelle haben, um den möglichen
Fangerfolg um 100 % zu steigern
3. muss Naturköder aufnehmen können
4. muss, auch wenn die Naturköder abgelutscht sind, noch fängig sein
5. muss ordentlich Druck abgeben können, um die Seitenlinie der Fische zu
reizen
6. sollte etwas Licht in die dunkle Tiefsee bringen (aber in Maßen)
7. darf nicht durch Hänger verloren gehen
8. sollte auch im Freiwasser zumindest einmal mehr Fische bringen, wie der
beste
Pilker mit Beifängern
9. Sollte durch Einzelmodule reparierbar und veränderbar sein
Kurz um hier ist es: Abyss Evolution
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Und das sind die Einzelteile. |
Ihr braucht an Material
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2 Meter Multi Strand Cable 1,00 mm das auf 60 x 60 x 80cm gestückelt wird
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6 runde Quetschhülsen 2,00 mm
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5 Wirbel bester Qualität ca. 40 Kg
* 2 Sprengringe allerbester Güte 1,80 cm oder mehr
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4 – 6 Perlen, selbst - leuchtend
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2 Spinnerblätter
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2 Hufeisen für die Spinnerblätter
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2 x 5 cm dezenter phosphorisierender Leuchtschlauch (das reicht, wir wollen
da unten ja schließlich keinen Fackelzug machen) Wer unbedingt Licht haben
will, kann seine Montage
vor dem Ablassen mit dem Fotoapparat mal anblitzen.
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2 x 15 cm bunter Schlauch (Die Farbe ist hier egal. Gefallen macht
schön. Es kommt hier
nur auf den Druck an, den er tief unten macht und einen glaubenswürdigen
Sand-Aal abgibt
und den Anti-Tangle Effekt unterstützt.
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2 Oktopusse die eine Nummer kleiner sein sollten als die folgenden Haken
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2 edelste Meereshaken
* 1 Karabinerwirbel mit 17 Kg für das Abreisblei
Das war's denn auch schon mit dem Material.
Fehlt nur noch das richtige Werkzeug.
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Viel braucht ihr nicht, aber gut muss es sein.
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Die Schneidezange:
Um Multi-Strand-Stahl zu trennen, braucht ihr eine Schneidezange.
Seitenschneider oder Knippzangen funktionieren hier nicht !!!
Die Kabelenden fusseln auf und sind unbrauchbar, und nicht weiter zu
verwenden.
Gute Stahlzangen liegen so bei 100 €.
Spart hier nicht am falschen Ende.
Die Hülsenzange:
Sie muss auf die Quetschhülsen und den Kabeldurchmesser genau abgestimmt
sein.
Es bringt nichts, wenn man eine billige Zange kauft und zerdrückt damit die
Hülse oder die Schnur. Alles zusammen Plattquetschen bringt nichts für die
Festigkeit. Bei Stahl geht's ja noch aber nicht bei Monofil. Was
vernünftiges kostet so um die 180 €.
Die Sprengringzange:
Sie gehört sowieso in jeden Angelkoffer, um auch mal dem Pilker einen
neuen Haken zu verpassen. Ist allemal besser als mit einem Schraubenzieher
oder gar den Fingernägeln herumzubasteln.
Leider hab ich hier noch nichts vernünftiges gefunden,
was sofort gut funktioniert. Man muss sich die Zange halt
zurechtschleifen.
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Wenn wir denn alles zusammenhaben können wir bauen. |
Fangen wir mal mit dem kniffeligsten an: dem Quetschen der Hülsen.
Multistrand-Stahl ist ein recht widerwärtiges Material, das aus 7x7 (49)
einzelnen Drähten besteht, die einen üblen Besen ergeben, wenn man es mit
einer schlechten Zange schneidet. Auch spleißt sich das Material nach der
Quetschung
am freien Ende auf, was beim späteren Gebrauch ganz schön in die Finger
ruinieren wird.
Das freie Ende muss halt auch in der Hülse untergebracht werden, und das
geht so!
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| Das Kabel durch die Hülse, durch das Hakenöhr und wieder durch die Hülse. |
Jetzt kommt's: Das Ende kommt zur Hälfte wieder in die Hülse und alles
wird beigezogen.
Hier muss man halt üben.
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Fertig. Alles Übel ist versenkt. |
Der Rest ist einfach.
Den Ocktopus auf den Haken, den Leuchtschlauch darüber, eine Perle drauf.
Jetzt kommt das Spinnerblatt mit der Achse, wieder eine Perle und zuletzt
15 cm Schlauch. Zuletzt wird noch der Wirbel angebracht.
Fertig ist das erste Modul.
Das zweite geht ebenso.
Das Mittelteil ist easy. 80 cm Stahl, oben und unten kommt ein Wirbel
drauf.
Bringen wir die ganze Sache nun mit den Sprengringen zusammen.
In den oberen Ring kommt eins von unseren Vorfächern, ein Wirbel
an dem später die Hauptschnur mit einem Karabinerwirbel eingehangen wird
und der Wirbel vom Mittelteil.
In den zweiten Ring kommt das andere Vorfach, der Rest vom Mittelteil
und ein Karabinerwirbel mit ca.17 Kg Tragkraft.
Fertig.
Wichtig!
Bevor wir dieses System zum Einsatz bringen, wird noch eine Monofile
Schnur
am unteren Karabiner eingehangen, die länger sein MUSS als das untere
Vorfach.
Daran wird das Senkblei festgemacht.
Ich hab selten erlebt, daas das Blei selbst hängt und wenn es hängt, bekommt
man zumindest
die Montage wieder. Totalverluste gibt es immer nur dann, wenn ein Haken
am Riff
greifen kann. Macht nie den Fehler und hängt das Blei direkt in den
Karabiner,
dann schleift der untere Haken immer über den Grund und fängt mit
Sicherheit den einzigen
Felsen weit und breit.
Knotenverbindungen sind sperrig und immer steht irgendwo etwas ab,
was klemmen kann. Treffen sich 2 oder 3 Knoten auf gleicher Höhe hängt
immer etwas.
Deshalb sind saubere Quetschverbindungen absolut notwendig. Außerdem geht
die enge
Schlaufe immer in Zugrichtung.
Stahl ist für unsere Montage das Beste. Da hat kein Wölfchen, Lumb oder
Hai
die Möglichkeit dem Vorfach zu schaden. Es muss aber Multistrand sein, da
normale Stahlvorfächer wegen den Knicken nach dem ersten richtigen Drill
wie Korkenzieher aussehen und nicht mehr zu gebrauchen sind. Natürlich hat
das Material
seinen Preis, wird es doch ausschließlich in Baudenzügen von Fliegern oder
Motorrädern verwendet. Natürlich funktioniert das System auch mit
Monofiler Schnur, was die ganze Sache preiswerter macht. Die Haltbarkeit
ist aber begrenzt.
Ein bisschen Licht kann tief unten Wunder bewirken, aber nur ein Bisschen.
Ein Leuchtoktopus im vollen Ornat kann auch abschrecken (wirkt
unnatürlich?).
Muss man halt ausprobieren.
Das absolute Muss ist aber das Spinnerblatt, dass auf einer eigenen Achse
rotieren kann (Hufeisen). Ein Spinnerblatt nur auf dem Vorfach aufgezogen rotiert
nicht
besonders gut und schneidet schnell mal das Monofil durch.
Wer schonmal erfolgreich auf Raubfische geangelt hat weiß wie wichtig die
Druckwellen
sind, die solch ein Stück Metall abgeben kann.
Anfangs hatten wir mit "Spin and Glows" experimentiert, die beim
sichtbaren Ablassen begeistern konnten. Da die Dinger aus Hartschaum
bestehen, machen sie in Sichtweite auch ordentlich was her, aber bei 200
Meter Tiefe und 21 Bar Druck waren sie platt wie eine Flunder.
Es sind eigentlich die Perlen, die unser Spinnerblatt richtig laufen lassen.
Setzt eine unterhalb und eine drüber.
Die Gummischläuche haben auch ihren Part.
Mag ja sein, dass sie auch zum Fang beitragen, sind aber in erster Linie dazu
gedacht,
die Schnüre zu entwirren. Anti-Tangle halt.
Last but not least.
Der Hering ist der beste Naturköder den es beim Nordmeerfischen gibt
und nur der gehört an den Haken.
Vergesst die Flattermakrele und auch Teile von anderen Fischen, die nur ein
aus der Not geborener Ersatzköder sind. Hering ist halt in.
Dummerweise sind fast alle Heringe, die man in Norwegen als Köderfische
bekommt "Matjes - Heringe" und recht matschig, gerade die aufgetauten.
Die Köder-Heringe werden in Nörge natürlich von unseren Wikingern mit
Stellnetzen gefangen, was ja auch in Ordnung ist, um uns Angler mit
Naturködern zu versorgen.
Vor ein paar hundert Jahren ging mal ein verschnäppster holländischer
Fischer, der sein Boot voller Heringe hatte, erst einmal in die
Hafenkneipe, um sich feiern zu lassen.
Den nächsten Tag brauchte er zur Ruh.
Viel später erst hat er seinen Fang versorgt und auch noch verkauft. Recht
gut sogar.
Der Meister hatte gerade den Matjeshering erfunden.
Die Bauchspeicheldrüse macht hier den Zauberer.
Wer seinen unausgenommenen Hering so ein paar Tage rumliegen lässt, hat
entweder vergammelten Fisch oder Matjes.
Es sind die Enzyme und die Zeit, die den Fisch zersetzen.
Seitdem bekommen wir Angler, in bestimmt gut gemeinter Absicht, von
unseren Hausherren leider nur immer Matjes-Heringe als Köder.
Na Ja.
Jetzt wisst ihr wie man dieses Tiefseesystem baut.
Wer sich das Selbstbinden nicht antun will, kann in Herberts
Shop
das ganze Gebinde bestellen. Billig ist es nicht, wird aber von mir per
Hand
mit den besten Zutaten hergestellt (wenn ich denn mal Zeit hab)
und mit 25 kg abgezogen. Natürlich ist das ganze mit Fangarantie.
Wer unzufrieden ist, schickt das Gebinde einfach zurück und bekommt sein
Geld
wieder. Natürlich auch mit Gebrauchsspuren.
Euer Otti
PS: Der Name 'Abyss' hat nichts mit Ab - Biss zu tun, sondern ist aus der
Geologie entliehen und der wissenschaftliche Name für den Kontinentalfuß,
das "Abyssal" halt.
Ottmar Mayan
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