Wer von uns träumt nicht ab und zu davon, hier alles
hinzuschmeißen und sich irgendwo anders ein neues Leben aufzubauen.
Einer hat es hart durchgezogen und ich will mal darüber berichten.
Beim Westerwälder- Motorradtreffen hab` ich Ingo vor einigen Jahren kennen gelernt.
Ingo ist ein Tourenfahrer und mit seiner Gummikuh (BMW 1200) hat
er schon ganz Europa abgeklappert.
Amerika hat er auch schon hinter sich.
„ Mister VERRYBIG -Bi - Em – Double – Ju “ soll man ihn dort genannt haben.
(Wenn man ihn näher kennt, mag das auch die richtige Bezeichnung sein.)
„Norwegen hat es mir aber angetan “ gestand er mir spät abends in einem für uns beide viel zu engem Vier - Mann Zelt bei einer zweiten
Flasche Jim Beam.
„Aber Du weißt gar nicht wie schwierig es ist, die Angelausrüstung auch noch auf dem Moped zu verstauen.“
„Na ja, es ist halt schwierig, die beiden Passionen Motorrad und Angeln unter
einen Hut zu bringen.“
„Irgendwie hab ich meinen Job satt, immer unterwegs, jedes Jahr 100 000 km Autobahn und den Rest im Flieger;
Wenn ich einen Rappel kriege schmeiß ich hier alles hin und mach
was ganz anderes.“
(Zur Information, soweit ich das abends noch mitbekommen hab:
Ingo hat als Ingenieur weltweit Steuerungseinheiten für Maschinenstraßen
vertickert, gewartet und auch sicherlich ordentlich Reibach gemacht.)
So weit, so gut.
Letzten Monat klingelte das Telephon.
„Hi Otti, hier Ingo, kennst Du mich noch? Der mit der Gummikuh,
Altenkirchen, Schnaps und Norwegen?“
„Online, was liegt an“
„Ich hab´s gemacht.
Meine Frau hat zwar nicht gerade vor Freude getanzt, aber ich hab
einem alten Nörg seinen Hytter - Park abgehandelt.“
„Aber Hallo, ei wo denn?“
„Gleich am Hardangerfjord Einlauf eigentlich am Langenuen - Sund.
Riesen-Angel-Gebiet.
Komm gleich vorbei, ich geb einen aus.“
„Im Oktober ist da oben doch schon alles eingefroren und dunkel!“
„Quatsch, Südnorwegen ist nicht das Ende der Welt,
und gib dem Klimawandel mal eine Chance,
dann ist es hier bald wie am Ballermann.“
Na ja, da ist was dran, warum nicht.
In meinem Geschäft ist es Anfang Oktober immer etwas ruhig und eine
Woche ließ sich mit etwas Mut abzwacken.
Fehlten nur noch die Mitstreiter.
Zwei Anrufe, und Achim und Nuck - Nuck waren mit dabei.
Schnell wurde bei Lidl und Aldi das Nötigste zusammengerafft und los ging´s.
Leider war diesmal mein alter Kamerad Ford Galaxy nicht so gut drauf.
Irgendein Elektroschaden.
Morgens um halber sechs wurde gestartet.
Nach 2 Stunden Fahrt war denn Schluss.
Erst gingen alle Warnlampen an und nach und nach wieder aus.
Der Motor schaltete auf Schongang und die LKW´s drängelten.
Jetzt wurde es ernst.
Erstmal runter von der Autobahn und eine Werkstatt suchen.
Manchmal ist es wie ein Wunder und man weiß nicht, womit man das verdient hat. Aber Punkt 8 Uhr standen wir vor einer Auto - Unger Niederlassung.
„ Gerettet !!! „
Na ja, fast.
Eigentlich war da am Samstagmorgen noch keiner so richtig fit.
Nun gut, dafür hab ich Verständnis.
Ich versteh auch, dass sich so früh morgens keiner mit einem
versifften Diesel rumärgern will.
(Kommen Sie am Montag oder besser noch am Mittwoch wieder !
Wir können Ihnen aber auch gerne einen Termin im nächsten
Schaltjahr machen.)
Das hab ich noch geschluckt.
Status quo:
„Kameraden!
Eine neue Lichtmaschine bekommen wir hier nicht, aber mit einer
frischen Batterie und viel Glück könnten wir es bis zur Fähre noch schaffen, wenn wir Energie sparen und da hängen wir das Teil an`s Ladegerät für die Elektrorollen.
Sollen wir es riskieren ? “
„Du glaubst doch wohl nicht, dass wir hier schon aufgeben“
kam es von der Crew.
Also schlappte ich noch mal in den Laden und bat um eine Batterie.
Der Verkäufer, Herr M. P. (ich will hier nicht zu deutlich werden,
hoffe aber, dass er vom Chef noch eins hinter die Ohren bekommen wird)
ließ sich unheimlich Zeit als er erfuhr, dass wir es sehr eilig haben.
(„Kein Termin, keine neue Lichtmaschine, nur ein lausiger Akku“)
Er sei hier schließlich heute morgen der Herr im Hause und wir könnten
unser Auto auch gerne nach Hirtshals schieben, wenn wir möchten.
Er hätte ja Zeit...................hm.....hm....hm..........!
Also machte ich vor Demut die Faust in der Tasche und wartete
und wartete und wartete, bis dem Herrn Verkäufer denn endlich
einer abgegangen war.
(Irgendwie ahnte er schon, dass diesmal das Trinkgeld etwas
flach ausfallen würde.)
Dann hieß es: die Entsorgung der Altteils kostet zusätzlich
12 Euro.
Nachdem ich aber erklärte, dass wir unsere alte
Batterie gerne mitnehmen möchten, wurden mir plötzlich 12 Euro
Pfand berechnet.
Allein der Akt des Batterie – Kaufens zog sich fast eine Stunde lang hin. Eingebaut haben wir selber: in 20 Sekunden.
(Lieber M.P. aus G, wenn Du mir einmal bei Nacht begegnen solltest ,
dann möge Dir Gott gnädig sein; ich werde es nicht.)
Fazit:
„Die `Auto – Ungeheuer - Werkstatt` ander Bottroper Straße in Gladbeck, erinnert mich persönlich an ein
mittelalterliches Raubritter - Nest.“
Wer nicht unbedingt dazu gezwungen ist, sollte sich hier besser
nicht bedienen lassen!
Weiter ging ´s.
Leider hatte es nun zeitlich nicht mehr gereicht.
Trotz aller Tricks, die unsere Stau-Sau Achim
auf der Autobahn aufgeboten hatte, (darüber möchte ich hier wegen der Inhaftierungs-Gefahr nicht schreiben) haben wir die Fähre doch noch um 15 Minuten verpasst.
(Zugegeben: Die neue Batterie hatte einwandfrei durchgehalten.)
Das ganze war aber bisher noch kein Beinbruch,
weil unser Herbert nach einem Rettungsanruf noch umbuchen konnte.
Gegen Mitternacht ging das nächste Boot, leider nicht nach Stavanger,
sondern nach Kristianssand.
Irgendwie hab ich mir schon immer mal gewünscht, morgens mit der Fähre in Norwegen anzukommen, schlappe 150 Kilometer zu fahren und
nur noch zu angeln.
Trallala.
350 Kilometer standen nun wieder an.
Eine Batterie mussten wir nun unbedingt auf der Fähre noch aufladen.
Stellt euch mal vor wie die Mitreisenden staunten, als wir unseren 100 Ah Akku ausgebaut und nebst Ladegerät durch das ganze Schiff auf die
Kabine geschleppt haben.
Natürlich wurden wir vom diensteifrigen Steward gleich mal unter
Terrorismus – Verdacht festgesetzt.
Da war richtig was los und auch nachdem wir die Sache aufgeklärt
haben, wurden wir die ganze Nacht von der Security nicht
mehr aus den Augen gelassen.
(Das alles zu erzählen würde Bücher füllen.)
Ich hatte ein wenig den Eindruck, als hätten sich
die Burschen wegen uns beinahe in die Hosen geschissen.
Immerhin war die Bande recht froh als wir, ohne das Schiff zu versenken,
am nächsten Morgen von Bord rollten.
(Nana, ihr Clowns: Helden sind wohl aus einem anderen Stoff gemacht.)
Ha!
Dank unserer nächtlichen Aktion sprang der olle Galaxy morgens früh wieder
willig an und frohgemut ging es ungerupft durch den „Toll“.
Zugegeben; Die Zöllner waren bestimmt schon geimpft, und anstatt
uns die 4 Fässchen Warsteiner abzunehmen, ließen sie uns
lieber ohne die befürchtete Explosion entkommen.
Mein ich doch mal?
Vielleicht war es auch Achims gewinnende Aura
bei der Abfertigung.
Weiter ging´s.
Nebel, Nebel, Nebel.
Licht war Pflicht.
Und auch Scheibenwischen von innen, weil wir auf
Heizung und Gebläse verzichtet haben.
350 Kilometer Norwegen waren aber einfach zuviel für eine
ATU-Batterie.
Nein, ich muss hier fair bleiben:
Dieser Akku hat uns fast 800 Kilometer weiter gebracht.
Natürlich nicht einfach so.
Das ganze hatte aber System:
Bei jedem Stop blieb der Motor an. Kein Neustart.
Blinken beim Spurwechsel nur einen Klick.
Bremsen, soweit es ging, nur mit der Handbremse, wegen den
3 - 21 Watt Birnen im Heck.
Bei Regen Scheibenwischer nur im Notfall.
In den Tunnels hab ich dem aktuellen Fahrer immerhin Standlicht erlaubt;
weil es da ja nicht regnet und man am Scheibenwischer ordentlich sparen kann.
Radio war nicht; wir singen selbst!
Was von den Doors:
„Raiders on the Storm....... dü dü ....
Raiders on the Storm....... dü dü ....
Into this house were born Into this world were thrown
Like a dog without a bone An actor out on loan Riders on the storm .... dü dü......
Alles in allem; es war ein Tanz auf dem Eis, am Rande der Legalität.
Gut gemeint waren auch die Lichtzeichen der norwegischen
Autofahrer, die uns entgegen kamen und den armen, dummen Deutschen
doch nur zeigen wollten, dass man in Skandinavien mit Licht fahren muss.
Na ja, deren Probleme hätten wir gern gehabt.
Alles in allem:
Es hat schon wieder nicht gereicht.
Irgendwann geht einem der Arsch auf Grundeis und beim letzten
Sprit- Fassen war ich die Not leid und kaufte für alle Fälle noch die
einzigste Batterie, die an der nächsten Statoil Dieselbunke zu haben war
mit der Master Card.
Manchmal liebe ich meine Master Card.
Die Abrechnung hab ich zwar noch nicht, aber es sind bestimmt
100 000 Euros, die da zu Buche schlagen werden.
Wundert euch bitte nicht, wenn ich verarme und mein Internet Zugang
wegen dem mauen Konto veröden wird.
Alles in allem war diese Batterie wohl die beste Investition meines Lebens.
Kaum aus der Tanke raus blinkte wieder alles und den letzten Rastplatz
vor dem 6 Kilometer Tunnel haben wir gerade noch so erwischt.
„Kein Problem: wir haben jetzt noch eine frische Batterie.“
Na ja.
Leider saßen die Pole andersrum und der Akku passte ganz und gar nicht.
Das haben wir aber mit Draht und Isolierband auch irgendwie wieder hinbekommen, und hier den Hut ab vor meinen Kameraden Ach und Nuck, die mich moralisch wieder aufgebaut haben, als ich innerlich schon alles hingeschmissen hatte.
Außerdem;
Die beiden sind die ersten Anschieber der Welt, die einen gut beladenen Ford Galaxy mit einem Gesamtgewicht von über 2 Tonnen auf leicht ansteigender Strecke jemals zum Zünden gebracht haben.
(Mit einem 3er Bob hätten wir Olympia gewonnen.)
Der Rest war Kinderkram.
Immer weiter auf der E 39.
Die E 39 ist aber nicht nur eine Straße, die durch Tunnels oder
über Brücken führt.
Hier gehören Fähren auch mit zur Europastraße.
Davor staut sich das Volk genauso wie anderswo.
Besonders in der Rushhour.
Tipp:
Wer diese Fähre essentiell braucht, darf in seine Kalkulation mal locker
3 Stunden extra einrechnen. Die Überfahrt dauert im Schnitt so etwas um die
40 Minuten, aber zu Stoßzeiten stehen 5 Kilometer lange Autoschlangen
auf beiden Seiten und die wollen auch erst mal abgestaut sein……….
Auf der Fähre musste ich gezwungenermaßen den Motor wieder abstellen
(Vorschrift), und meine beiden Kameraden haben beim Start erneut ihre körperliche Fitness bewiesen.
Gott sei Dank standen wir diesmal etwas erhöht und die
Zündung war ein Klacks.
Neben uns stand eine unbekannte Angler - Crew mit einem silbernen Daimlerbus mit schwarzen Scheiben, die beim Entladen losfuhr, aber gleich
am Ufer auf uns wartete.
Sie haben so lange auf uns gewartet, bis sie sicher waren, dass unser
Auto wieder läuft. Danach sind sie 40 KM vor uns hergefahren
und irgendwann mit einem kurzen Hupen und einem Wink
irgendwo abgebogen.
Wie ein Schutzengel.
Unbekannterweise ein ehrliches `man sieht sich`
und besten Dank.
Das nächste Guiding-Light kam auf zwei Rädern.
Etwas später.
Zugegeben, wir hätten das Camp schon noch selbst gefunden,
aber Ingo fing uns irgendwo noch ab und brachte uns
höchstpersönlich nach Hause.
Angekommen!!!
Neugierig war ich schon auf das, worauf sich Ingo eingelassen
hatte, aber wir waren richtig „Von der Söck.“
Alle Achtung, nicht schlecht.
Jetzt muss ich hier einfach mal Werbung machen.
(Hab ich versprochen, steh aber auch 100 Prozent dazu.)
Vorne steht das Clubhaus mit Rezeption und Restaurant,
und hinten schließt sich der Hytter Park an
Deutsches Brot.
Ingo setzt auch auf Touristen, die mit Wohnwagen oder
Mobilen unterwegs sind.
Sein Herz hängt natürlich auch ganz besonders an Motorradfahrern,
die halt nur mit dem Zelt unterwegs sind.
„Ob ein Gast nur eine Nacht hier ist oder zwei Wochen
bleibt oder im Restaurant nur ein Bier trinkt, er wird
zufrieden mit mir sein. Das garantiere ich.“
O-Ton Ingo.
Garantieren kann er auch mit seinen Booten.
Da hat er richtig geklotzt:
Am Bootssteg liegt ein 15 Fuß Kaasboll Alu mit 50 PS
und ein 19 Fuß MacroFisher 5800 mit 50 PS.
Das sind richtige Raketen.
(Wenn nicht gerade Ingo auch mit an Bord ist.)
Einen Wermutstropfen gibt es hier aber auch, und den
will ich euch nicht verschweigen:
Ingo`s Hafen liegt ungefähr 50 Meter tiefer als der Hytter Park.
Da kann man natürlich bequem mit dem Auto hinfahren, aber
leider hing der Galaxy am Elektro- Tropf und
wer den Anstieg mit der vollen Fischkiste auf dem Ast
zu Fuß machen will, sollte weit unter 40 sein.
Glaubt es mir.
Und wenn ihr mir nicht glaubt; fragt Achim.
Ingos Camp liegt traumhaft.
Nicht in einem Fjord sondern am Einlauf.
Eigentlich an einem Sund.
Wer den Unterschied noch nicht kennt dem sei es hier schnell erklärt.
Ein Fjord ist eine Einbuchtung ins Land hinein, die voller Wasser ist.
Im Grunde ein Meerbusen, jetzt mal ohne die Sache sexistisch zu sehen.
Ein Sund ist der Wasserkörper, der zwischen zwei Inseln oder einer
Insel und dem Festland besteht.
In einem Sund ist immer ein Strom gegeben, der interessantes Futter
liefert.
Anglerisch gesehen ist das Freiwasser (offenes Meer) das Beste aber auch Gefährlichste,
und das sollte nur der machen, welcher es verantworten mag.
Die Alternative:
In einem Fjord kann auch bei hartem Wetter noch halbwegs erfolgreich gefischt werden.
Hat man jetzt noch einen Sund vor der Haustür, sind die Aussichten
schon viel viel besser.
Von Ingo´s Camp aus kann man bei Supersonnenschein durch den Sund
recht flott aufs offene Meer gelangen.
Wird das Wetter härter, ist der Sund phantastisch.
Bei Sturm kann man sich immer noch in den Fjord verpissen.
Dieses Camp ist mir die bisher einzig bekannte Angelstelle in
Norwegen, die bei fast jedem Wetter befischt werden kann.
Wenn´s mal gar nicht vom Boot aus geht, gibt es noch ein
Highlight.
An einem kleinen Kraftwerk, das durch das Süßwasser aus den Bergen
mittels Rohren gespeist wird, hat sich ein Eldorado für Lachse und
Meerforellen gebildet.
Und auch für dessen Angler.
Selten sieht man Nörgs beim Angeln, aber hier stehen auch die.
Ich hab Bilder von Fisch und Fänger gesehen, wo mir schwindlig geworden ist.
Der Rekord liegt hier beim Lachs bei 23 Pfund; vom Ufer aus.
Wenn alles klappt, werde ich dort vielleicht nächstes Jahr
meinen ersten Salmon Salar mit der Fliege fangen.
Mindestens 30 Pfund !?!
Na ja , dann lasst mich doch mal träumen.
Sei´s mir doch gegönnt................. oder?
Die beste Zeit soll Mitte Juli –August/ Anfang September sein.
Ingo´s Buden bieten aber zu jeder Jahreszeit Annehmlichleiten,
wie folgendes Bild bestimmt zur Anschauung bringt.
Für solche Bequemlichkeit hat sich Nuck natürlich bedankt
und auch ein Dach repariert.
Ingo ist auch mit ein paar Insiderinfos rübergekommen.
Ich will sie hier mal kurz zusammenfassen.
Die Sachen sind zwar nicht weltbewegend, aber bestimmt interessant.
Jeder fragt sich, warum die Buden da oben nur mit Strom beheizt werden?
Weil die Elektrizität da nur einen Bruchteil kostet von dem, was uns in Deutschland dafür abgeknöpft wir.
Wieso soll man sich dann noch eine Ölheizung antun?
Warum kommt das heiße Wasser so extrem heiss aus dem Boiler?
Ganz einfach : Wegen der Legionärskrankheit!
Erklärung. Die Hütten dort oben sind nicht immer über das ganze
Jahr bewohnt. Manchmal stehen sie nur für eine Woche leer,
je nach Buchung.
Würde nun das Wasser schön auf 30-40 Grad gehalten, hätten die
Legionellen - Bakterien ihr Paradies.
Das weiß auch das norwegische Gesundheitsamt und läst
mittels Verordnung alle möglichen Keime bei mindestens 80 Grad
schön durchkochen.
Wusstet Ihr eigentlich, dass jeder Nörg sich die Steuererklärung seines
Nachbarn im Internet runterladen kann.
Orwells´ Big Brother lässt schön grüßen.
Der Trend bei den jungen Nörgs geht dahin,
dass sie sich schon - ordentlich verhätschelt - für die Krone der Schöpfung
halten und sich dementsprechend verhalten.
Diese Entwicklung ist natürlich nichts anderes wie sie seit Jahren
schon in den Kleinstaaten wie Monaco oder Luxemburg stattfindet.
Solange die Rohstoffe fließen, wird sich daran auch nichts ändern.
Andere Länder, andere Sitten.
Zurück:
Leider hatten wir immer noch immer unser Energieproblem.
Erstmal hab ich unsere gesammelten Batterien angeklemmt.
Irgendwie stand ich auch immer noch unter Strom.
Die Karre war immer noch defekt.
Gut, mit den frisch geladenen Akkus wird’s auch wieder
bis nach Hause reichen, aber wer weiß das schon.
Das bekommt man halt nicht aus dem Kopf heraus.
Jetzt wird erst mal geangelt.
Natürlich waren die Erwartungen im Oktober nicht allzu groß,
aber meine Freaks Achim und Nuck - Nuck haben richtig zugeschlagen.
Makrelen waren überall, Dorsche waren auch gut, vereinzelt Köhler
im Freiwasser und die Portions-Steinbeißer waren schon eine Plage.
Ich hab mir aber einen Traum erfüllt.
Vor fast 20 Jahren hab ich mir mal vorgenommen, an irgendeiner Insel
anzulegen und einfach nur an Land zu gehen.
Und ich hab´s gemacht. Einfach so.
Im Hinterkopf hat man immer drei Gedanken:
Erstens: Beim An- und Ablegen kann das Boot beschädigt werden.
Zweitens: Wenn die Ebbe kommt, sitzen wir auf dem Trockenen.
Drittens: Das Ganze ist vergeudete Angelzeit.
Alles Blödsinn.
Wir haben eine schöne kleine Insel gefunden mit einem
wunderbarem natürlichen Hafen und sind an Land gegangen,
wie damals vielleicht Otti Columbus persönlich.
Achim und ich haben uns nun der Schönheit des Eilands
ergeben, Pilze gesucht und ein paar Bilder gemacht.
Schön war´s..............
Diese Ruhe...................
Leider nicht lange!
Unser guter Nuck - Nuck hat für den Müßiggang in der Natur nicht
so den rechten Zugang.
Er ist so ein wenig wie eine Möwe, die schreit, um alle zu informieren,
wenn sie einen Fisch sieht.
Nuck hatte sich natürlich eine Angel mitgenommen und fischte
vom Ufer aus.
Als wir ankamen, lagen schon 10 Fische auf den Klippen,
alle gefangen mit einem Gummiköder.
Ich hab´ keine Ahnung, wie er das macht.
Er macht es halt.
Manchmal graut es mir vor ihm.
(Der Kerl fischt halt wie vom anderen Stern.)
Zum ersten mal in meinem Leben hab ich einen Lippfisch live gesehen.
Hier das Bild:
Ein guter Dorsch war auch dabei
Abends kam dann der Gedanke: kann man Lippfisch eigentlich essen?
Hm?.
„Einen hübschen blauen After hat er ja“ ward´s gesprochen.
Hm.?.!
Schön filetiert haben wir ihn ja, aber letztendlich
hat keiner der Helden einen Happen vom blauen
Fleisch probiert, und deshalb kann ich euch nicht
sagen, ob dieser bunte Fisch denn geil schmeckt.
Nun, beim nächsten Lippfisch wird probiert und dann gibt’s
küchenfertige Infos. Versprochen.
Nuck zog irgendwann noch einen Seehecht.
Zum Ende: auch 8 Tage sind schnell vorbei.
Fazit:
Fischmäßig hat es mich nicht gerade umgehauen, aber vielleicht
bin ich auch etwas verwöhnt nach all den Jahren im Norden, und mit
Sicherheit ist der Oktober auch nicht der idealste Angelmonat.
Ich bin jetzt auch wieder versöhnt mit der Norwegischen Regierung,
die letztens das Gesetz verabschiedet hat, dass jeder Angler
höchstens 15 Kilo ausführen darf.
HALLELUJA!
Es hätte alles noch viel schlimmer kommen können,
VIEL- VIEL- VIEL- VIEL- SCHLIMMER.
Stellt Euch einmal vor, dass die Norwegische Regierung verfügt hätte, (und jetzt kommt s´):
§1 „ Hiermit untersagen wir jedem Angel- Touristen die Ausreise
ohne die Vorlage von mindestens 15 KG reinsten Filets,
ordentlich abgepackt,
§1a zusätzlich die Bereithaltung eines Trophäen Fisches,
vom Gewicht her nicht weniger als 20 000 Gramm.“
Wenn es denn so weit kommt, sind wohl die meisten von uns dazu
verdammt, ewig oder zumindest mal eine Zeit lang im
Nordmeer zu fischen.
Da ist doch was dran:
Gut gell..............?
Ja, Ja;.....keine Sorge ....... ich komm ja schon wieder runter.
Wuff , da bin ich wieder.
Wer mal bei Ingo vorbeischauen will, kann sich hier schlau